Testfahren

Hallo lieber „Falter“

Da ich sie/dich in meiner Eignerkartei nicht gefunden habe, erlaube ich mir, ihnen/oder besser dir – wohlwollend einige Erläuterungen zu übermitteln, wenn du erlaubst:

Worin liegt der Unterschied?

derflusswanderer ist eine Werft für Faltboote aus Holz und Leinen. Wir werden oft mit einem Gewerbetreibenden verwechselt, der den Anschein erweckt, Bootsverleih für oder in Ladenburg zu sein. Hiervon distanzieren wir uns. Dem Wesen der (in der Häufigkeit unbegrenzten!) Testung, ist das diese nichts kostet! Lediglich ein Energieaufwand für die Bereitstellung und Kontrolle der Funktionalität vor Testantritt ist zu entrichten. Es findet bei uns aus versicherungstechnischen und betriebswirtschaftlichen Gründen also ein Verleih (nach BGB) statt. Das ist ein gewaltiger Unterschied, den ich dir nun darstelle:

  1. Von Nutzern des Angebotes „TESTFAHREN“ wird mindestens die nötige Grundkenntnis zur Teilnahme am Verkehr der Wasserstraße erwartet. Es gibt keine „10 – Minuten – Einweisung“ zum „abnicken“. Die Grundkenntnisse, bestehend aus Fähigkeiten und Fertigkeiten können nicht von „Verleihpaddlern“ erwartet werden.
  2. Der EIGNER(§) – WIR nicht DU, haftet für Schäden die sein Boot auf der Wasserstraße verursacht und muss dafür versichert sein. Die aktuelle Deckungssumme pro Boot und dessen Führer (DU) beläuft sich derzeit auf ca. 7 Mio Euro ( Rechtsprechung, Stand ca. 2012). Diese Summe ist eher niedrig für einen kapitalen Unfall, verursacht durch z.B. den falschen Kurs eines Kleinstfahrzeuges, wie sie unsere Faltboote ja sind. Da wir der EIGNER bleiben, – egal wer damit fährt – besteht – nach derzeitig bekannter Auffassung – keine Deckung durch deine private Haftpflicht. Die Nutzer des Angebotes „TESTFAHREN“ unterliegen also zunächst den Deckungsmöglichkeiten unserer Betriebshaftpflicht. Die sich selbstverständlich auf die Fach- und sachgerechte Endnutzung beziehen muss. Wird im nachhinein festgestellt, dass diese nie vorhanden war, bleiben wir auf den Schaden den du verursacht hast – vermutlich sitzen!
  3. Geeignete Nutzer des Angebotes „TESTFAHREN“, können also – naturgemäß – ein solch spezielles Boot sach- und fachgerecht im Rahmen der Wasserstraßenordnung der EU und internationalem Recht der Binnenschifffahrt führen. Nicht: „vielleicht“ oder „ich kann ja üben bis es klappt“.

Solltest du trotz entsprechender Fertigkeiten, – die du schon vor langer Zeit einmal dir angeeignet hast – immer noch Bedenken haben; machen wir gerne eine kleine 5 minütige Auffrischung des „bereits bestehenden Wissens“. Diese ist nicht mit einer „Einweisung“ zu verwechseln! Es kann ja sein, das man mal etwas vergessen hat, oder seine vorhandenen Fertigkeiten erstmals auf ein solches Kleinstfahrzeug übertrage und dort anwenden muss. Dann darfst du uns vertrauensvoll ansprechen! Solltest du bisher nur auf Wildwasser oder naturnahen Flüssen gepaddelt sein, ist eine Kenntnis der Verkehrsegel und der speziellen Sog- und Druckwirkungen der vorbeifahrenden Großschifffahrt auf „Kanus“ trotzdem unerlässlich.

Vergleichbar ist dieses Angebot mit der Nutzung eines Autos einer Autovermietung, wobei auf der Wasserstraße kein Führerschein für ein „Kleinstfahrzeug unter 6m ohne eigenen Antrieb“ (§) erwartet werden kann. Das kann der erfahrene Bootsführer – prüfe dich selbst:

Verkehrssicherheit:

Das Boot wird schwimmend ohne Bodenkontakt eingesetzt und es wird in das schwimmende Boot kenterfrei (Unfallfrei) eingestiegen – egal wie. (Gierwinkel, Paddelbrücke sind z.B. geläufig und werden hierbei angewendet.) Die Sicherheitsausstattung ist in ihrer Funktion und Wirkung bekannt. Bootführende können metergenau, geradeaus fahren, drehen, stehen in der Strömung und im Wind, bewußt gieren, bewußt driften, rückwärts fahren, beiseite ziehen („Ziehschlag“). Wellen anschneiden, Sogwirkungen im Anfang erkennen, Verkrautete Stellen richtig befahren. Bootsführer halten vorausschauend frei, haben klaren Kurs und können klare Verkehrsteilnahme anzeigen. Sie können das Anrufverfahren verstehen und anwenden. Sie können ihr Boot ausreichend antreiben, Besetzen, Trimmen, Packen, „KlarDeck“ schaffen und Anlanden mit entsprechender Aufsicht während des Liegens. Sie erkennen selbsttätig Wetterlage, Verkehrslage, Beschilderung, besonderes Tierverhalten, Wellenaufbau im Uferbereich. Bootsführende kennen die Betretungsregeln der Uferbauwerke und den Anfrageprozess an Stegen unbekannten Besitzes. Sie erkennen Fahrrinnen und kennen ihren „Text“ bei Polizeikontrollen. Soweit ein erster Eindruck aus unserem Lehrplan „Anfängerkurs“ (wobei da noch mehr drin ist)

Solltest du merken, dass dir da verschiedene Dinge garnicht bekannt sind, weil du bisher nur auf Baggerseen „Rumpaddeln“ warst, verstehst du jetzt vielleicht, das ich hier keine Ausnahme machen werde, was rudimentär fehlende Fähigkeiten und Fertigkeiten betrifft. Diese ist leicht zu erlernen und es macht Spaß es zu können. Es prägt dich und macht dich zu einem echten Bootsführer im Vollsinne des Begriffes. Es gibt zu viele „Rumpaddler“ die den Betrieb der Wasserstraße erheblich stören. Auch wenige die sich dabei selbst gefährden. Wir können unsere Boote nur „Könnern“ zu Testzwecken zur Verfügung stellen.

Wir – die Flußwandererfamilie – bittet ausdrücklich darum, das Menschen die unsere geringen Energeiausgleich den wir verlangen nicht, ausnutzen um in Wahrheit auf dem Neckar eine regelfreie Spaßzone zu bekommen!

derflusswanderer, stand 7/2021