[DFL] – Kaleidoskop – Das Boot mit Seele

Boot mit Seele sucht Bewußtsein. Versuch einer „Hermeneutik“.


Anspielung:
Eltern kennen es: da erklärt man dem Kind, wir fahren jetzt zur Oma, das dauert 2 Stunden, dann sind w
ir da. Kaum biegt das Auto um die erste Kurve fragt das Kind: „Mammi wann sind wir da?“ Nach 5 Minuten wieder und wieder.
Es fehlt dem Kind
e das Bewusstsein für die Reise, für Dauer, für Strecke, für die Zeit im Allgemeinen. Das Dass Kind schon oft im Auto saß, spielt da keine Rolle.


Mit den Faltbooten geht es uns oft genau so:
da kommen immer wieder Paddler zu uns: „Das macht man doch heute nicht mehr“; „da gehen doch sofort Löcher rein“; „Ich habe doch eh ein Auto“; „Baumwolle und Holz sind doch schlechte Materialien“; u.v.m. Und du erklärst und erklärst; – meinst es eigentlich Gut: „Darum-Deshalb-Sowieso“; aber manchmal hilft es nicht; das Bewußtsein ist nicht da. Egal wie oft der unverstehende Kanute schon in seinem Boote saß… Das ist nun keine pauschale Aussage von mir, aber eben häufiger anzutreffen.

Stelle ich oder einer unserer getreuen „Falter“ fest, dass durch Erklären und Ausstellen nichts zu gewinnen ist, sagen wir dann schon einmal ungefähr so:

Nun – wenn sie dafür kein Bewußtsein haben, dann müssen sie eben weiterhin Plaste paddeln“. Auch diesen Satz versteht nicht Jeder richtig. Gar von Anfeindungen ist dann die Rede; oder wir würden uns für etwas Besseres halten. Ich  meine: Im Grunde spiegeln diese Paddler nur ihr eigenes Bewußtsein wider. Mit uns hat das nichts zu tun.

Von einigen meiner 2010 – 14 befragten Zeitzeugen; – oder aus den Berichten wegweisender Paddler (die ich für Wegweisend halte) sehe ich, dass man nicht den Paddler Anfangs über sein Boot definiert hat. Hauptsache dabei sein, Hauptsache probieren, wagen! Es war wichtig, die Paddler auf dem Campingplatz anzusprechen ,egal welches Boot und welches Können diese vorweisen konnten. „Kajakmann / Kajakfrau“ zu sein, war ein vereinenedes Element. Mitmachen, egal ob gekonnt oder nicht war die Hauptsache. die ersten Vereine waren aus Geschwistern entstanden! Auch die Mädchen machten ohne Frage sofort mit – was für ein modernes Selbstverständnis um 1900!

Wer hat diese Spaltung nur hervorgerufen? Wer spaltet denn in Vereinspaddler und freie Paddler? In Wildwasser, Wander-, Sup, und Falter? Wer muss denn ständig seinen Selbstwert über Distanzierung zu „Anderen“ erzeugen?Selbstwert über sein Boot erkaufen? Wer muss den ständig seine Paddelkilometer oder seine WW-Abzweichen zeigen, vermutlich dass er etwas wert wäre? Wer hat denn die vielen bunten Paddelembleme am Hut nötig?

Der „Falter“ und so werden wir genannt – hat keinen solchen Drang. Er sucht mit seinem Boot keine Grenzen, er geht gut mit seinen eigenen Grenzen um. Er hat Selbstbewußtsein statt Fremdbewußtsein.
Faltboot ist heute eben doch eine Frage der inneren Haltung geworden. Beabsichtigt hat das Niemand aus unseren Reihen. Es – das Holz- und Leinen- Gebilde –  ist aber gewiss Ausdruck der eigenen Seele. Das Faltboot mit Seele sucht (Dein?) Bewußtsein. Es ist in unseren Familien so etwas wie ein Seelenverwandter.